zuletzt aktualisiert: 24. Juni 2008

   Die Grundlagen  

6. Umstellen von Erde auf Hydrokultur

Das habe ich erst dreimal gemacht und werde es vermutlich nie wieder tun, das ist mir nämlich viel zu anstrengend. Zwar waren alle Umstellungen erfolgreich, aber da die Erde so gründlich wie möglich von den Wurzeln abgewaschen werden muss, sitzt man EWIG dran und kann auch Verletzungen der Wurzeln nicht vermeiden. Man bürstet das Wurzelwerk mit weichen Zahnbürsten oder Gemüsebürsten, nachdem man den Ballen möglichst eine Nacht lang eingeweicht hat, natürlich in möglichst nicht zu kaltem Wasser (was schwer zu realisieren ist, weil Wasser sich selbst überlassen nun mal zum Abkühlen neigt). Geht man weniger gründlich vor, riskiert man, dass einem die Wurzeln wegfaulen, weil doch noch irgendwelcher Dreck mit Fäulnis- oder sonstigen Bakterien dran hängen geblieben ist und mit der durch das Abbürsten geschwächten Wurzel leichtes Spiel hat. „Gründlich“ bedeutet in diesem Zusammenhang: Es soll „kein Krümel Erde“ mehr an den Wurzeln hafte - allerdings ist dieses Ziel utopisch, denn da die Wurzeloberfläche normalerweise nicht völlig glatt ist und die Dinger außerdem eine Unzahl von Winkeln und Krümmungen aufweisen, ist es ausgeschlossen, auch mikroskopisch kleine Bestandteile der Krume zu entfernen, in der die Pflanze vorher gewohnt hat. Das Erreichbare (möglichst viel sichtbares Erdreich zu entfernen) ist also schon mal eine Kompromisslösung kann als solche nicht mit den Wurzeln von Stecklingen mithalten, die nie mit Erde in Berührung gekommen sind.  

Grundsätzlich sollten übrigens nur gesunde, kräftige Jungpflanzen umgestellt werden, je älter und / oder schwächer die Pflanze, desto wahrscheinlicher der Pflanzentod. Das hängt damit zusammen, dass die in Erde tauglichen Wurzeln in Hydrokultur nicht besonders nützlich sind. Es müssen neue gebildet werden, die alten werden vermutlich verrotten und stellen damit im eigentlich sterilen Blähton eine unnötige Gefahrenquelle dar. Eine kümmernde, möglichst noch von Schädlingen befallene Pflanze geht bei einem Umstellungsversuch so gut wie sicher ein. Dasselbe gilt auch für Arten mit sehr feinen Wurzeln: wenn überhaupt in Hydrokultur pflegen, dann nicht umstellen, sondern lieber Stecklinge direkt in Blähton setzen, weil die Umstellung für die Pflanze erheblichen Stress bedeutet.

1. Einführung   2. Der Behälter   3. Der Wasserstandsanzeiger   4. Das Tonsubstrat (Blähton)   5. Pflege von Pflanzen in Hydrokultur   6. Umstellung von Pflanzen in Erde auf Hydrokultur   7. Vermehrung durch Stecklinge in Hydrokultur   8. Aussaat in Hydrokultur   9. Vor- und Nachteile von Hydrokultur   10. Irrtümer